Social Franchising und Digitalisierung

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Digitalisierung und digitale Vernetzung machen auch vor dem so genannten Dritten Sektor nicht halt. Genauso wie das Wirtschaftsleben und die staatliche Verwaltung von einer zunehmenden Abwicklung und Abbildung aller Geschäftsprozesse auf digitalem Wege durchdrungen sind, können auch soziales Unternehmertum und Wohlfahrtspflege sich diese Entwicklung nicht entziehen.

Gerade im Social Franchising und bei anderen Formen der Skalierung sozialer Projekte finden sich entsprechende Möglichkeiten und Entwicklungen auf unterschiedlichen Ebenen.

Digitalisierung auf allen Ebenen des Projektmanagements und der Skalierung

Bereits bei der Entwicklung sozialer Konzepte kann einem die so genannte Schwarmintelligenz hilfreich zur Seite stehen, wenn das „World Wide Web“ in Form des so genannten Crowdworking mitarbeitet, oder aber auch wenn es in anderer Weise um die Suche ehrenamtlicher Mitstreiter geht.

Ist eine Skalierung als so genannte Open Source angedacht, so ist diese blitzschnell über ein Einstellen in das Internet und damit durch eine Zurverfügungstellung gegenüber der interessierten Öffentlichkeit realisierbar.

Unabhängig von der Form der Skalierung und dem Grad der rechtlichen Bindung an den Projektgeber können auf digitalem Wege zahlreiche Tools zur Verfügung gestellt werden, die eine Umsetzung an anderem Ort direkt ermöglichen.

Fundraising und Finanzierung auf digitalem Wege

Insbesondere das Thema Fundraising und Finanzierung bekommt auf digitalem Wege eine neue Dynamik – durch Crowdsourcing und durch Nutzung von Spendenplattformen, aber auch durch Kooperation mit Unterstützern, die von ihrer großen Online-Reichweite profitieren. Hinsichtlich der traditionellen Förderer und insbesondere der öffentlichen Hand ist jedoch insoweit noch viel an Überzeugungsarbeit zu leisten, weil vielfach noch eine Hemmschwelle besteht, trotz insgesamt deutlich kostengünstigerer Lösungen das dennoch notwendige Geld in IT-Struktur und Software zu investieren.

„Voll-Digitalisierung“ von Social Franchisesystemen

Neben der Nutzbarmachung digitaler Instrumente für konkrete einzelne Bereiche gibt es bereits diejenigen Social Franchisesysteme, die ihr gesamtes Franchisenetzwerk auf digitalem Wege managen. Dies fängt an bei der Partnersuche und bei Bewerbungen per Videoclip, und geht hin bis zu Auswahlgesprächen via Skype, Gruppenaustausch in sozialen Netzwerken, und Wissenstransfer über digitale Handbücher.

Chancen und Risiken

Eine Skalierung auf digitalem Wege kann gerade im sozialen Sektor ein schnelles und kostengünstiges Wachstum ermöglichen. Qualitätskontrolle und Weiterentwicklung sind ebenfalls im Rahmen von Evaluations- und Feedback-Tools ohne weiteres und in effektiver Weise möglich. Auch die noch vorhandenen Nachteile liegen jedoch auf der Hand. Digital benachteiligte Gruppen sind nur schwer zu erreichen, im konservativen Deutschland gibt es immer noch Hürden bei der Förderung, und auch aus Datenschutzgründen begegnen digitale Strategien häufig Vorbehalten bei etablierten Wohlfahrtsorganisationen.

Gerade aufgrund der zielgenauen und schnellen Skalierungsmöglichkeiten, der unkomplizierten Einbindung von Förderern, und der insgesamt oft kostengünstigeren Lösungen ist jedoch eine „Voll-Digitalisierung“ in so manchem Social Franchisesystem kurzfristiger zu prognostizieren, als bei etablierten Systemen des kommerziellen Franchising.

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